Montag, 1. Juni 2015

Flusskrebs-Bestimmungkurs von und mit Chris Lukhaup am Samstag, den 13.6.15 in 66597 Vinningen.

Ein Highlight für Flusskrebs-Freunde. Flusskrebs-Bestimmungkurs von und mit Chris Lukhaup am Samstag, den 13.6.15 in 66597 Vinningen.
Außer dem Kurs gibt es eine Führung durch das Gewächshaus bei der Firma Dennerle und ein Grillabend mit Gleichgesinnten (Grillgut Selbstversorgung, Getränke, Salate etc. beisteuern ist erwünscht).
Adresse siehe Banner. 

Anmeldung über mich: flusskrebse@gmx.de
oder facebook Cambarellus, Cherax, Procambarus & Co. 
copyright Chris Lukhaup

Donnerstag, 12. Februar 2015

Jonny´s Air Concept - Luftheber im Cherax destructor Becken

Meine Cherax destructor Paare sind sehr aktiv. Ständig wird gebuddelt, ständig wird das Becken umdekoriert. 
Bei den Destruktoren im Becken sind Antennenwelse LDA-16, die auch nicht müde werden, Staub (Mulm) aufzuwirbeln. Jeder Filter, den ich bei den großen Kneifern ausprobiert habe, kam schnell an seine Grenzen. Entweder waren permanent Schwebstoffe im Wasser oder der Filter machte kurzfristig dicht. Einzig ein JBL-CristalProfi Außenfilter war der Herausforderung gewachsen. Im Ansaugkorb sind allerdings immer wieder Jungtiere verschwunden, weshalb ich schließlich einen feinporigen Schwamm drüber ziehen musste. Wieder musste ich den Nachteil in Kauf nehmen, den Schwamm mindestens wöchentlich gründlich reinigen zu müssen. Bei allen anderen Wassertieren macht der JBL CristalProfi einen guten Job, für die großen Cheraxe ist er nur bedingt empfehlenswert. 
Bei der Aquaristik Messe in Sindelfingen 2014 suchte ich nach Alternativen und fand am Stand von Jonny´s Air Concept ein vielversprechendes Produkt. Der von mir geschätzte Frank Schenk (Fisch & Heim) gab auf Frage ein positives Statement ab und schon war dieses Luftheber-Set eingetütet. 
Copyright Jonny´s Air Concept
Vor sechs Wochen bin ich im Rahmen einer Becken-Neugestaltung (Meterbecken) dazu gekommen, dieses Produkt zu testen. Obwohl völlig neu für mich, gab das Luftheber-Set keine Rätsel auf. In die Bodenplatte werden die Haken eingeschraubt, möglichst ohne sich dabei in die Fingerbeere zu stechen. Geht Ruckzuck.
Dieses Konzept hat mir schon mal sehr viel besser gefallen, als das von einem Konkurrenzprodukt, wo der Schwamm fest an der Bodenplatte fixiert ist. Bei dem Produkt von Jonny liegt der Vorteil sprichwörtlich "auf der Hand", denn der Schwamm kann leicht abgenommen und gereinigt werden - sogar im Becken. 
Ist die Bodenplatte bestückt, wird der (vorher kurz ausgewaschene) innen hohle Schwamm aufgesteckt, ein paar Flußkiesel hinein gegeben als Anker, damit meine Cheraxe das Set nicht hochheben und darunter eine Höhle bauen und es nicht aufschwimmt. Ist der Schwamm wider Erwarten zu hoch (wie bei mir), kann er einfach mit einer Schere gekürzt werden. Anschließend wird der Luftheber zusammengesetzt ...
Copyright JAC
... und mit den Schläuchen verbunden, alle Teile zusammengefügt und schon ist das Set betriebsbereit. 
So vielversprechend sieht das bei einem Blick von oben ins Becken aus. Alles dicht und garnelensicher. Es handelt sich übrigens um ein Meterbecken, gefüllt mit 140 l Wasser. 
Wasser marsch
Dann "Wasser marsch!" bis der Schwamm komplett untergetaucht ist, als vorletzten Schritt vorgewaschenen Bodengrund (bei mir Quarzsand, fein) hinein. 
Als Luftpumpe habe ich mich für eine Osaga/Heilea MK 10 für die garnelensichere Matte mit 45 ppi entschieden. Im Verhältnis etwas teurer, aber leise und wartungsfreundlich. Bei der gröberen Schwamm-Version mit 35 ppi verwende ich eine Membranpumpe von Schego mit 5 Watt.
Die ganze Aktion, vom Auspacken bis zum Start (ohne Bodengrund vorwaschen) hat eine dreiviertel Stunde gedauert. 
Stecker in die Steckdose und schon passierte - nichts. Ein paar Sekunden später sprudelte das Wasser aus dem Auslassrohr. Perfekt!
Ich lasse das Auslassrohr gerade so hoch über dem Wasserspiegel arbeiten, dass es wenig Wellenbewegung gibt, aber ausreichend Sauerstoff eingebracht wird. Die destructors schätzen sauerstoffreiches Wasser, trotzdem möchte ich durch den Luftheber-Betrieb kein CO2 austreiben. 
Zum Start kamen diverse Röhren, Höhlen und ein großes Moorkien-Kletterholz, ein großer Kalktuff-Stein zum Mümmeln für die Schnecken und ein Bündel Wasserpest sowie eine Handvoll Süßwassertang ins Becken. Dazu drei PHS und täglich eine Brise Spirulina Pulver ins Becken. 
Nach zwei Wochen wurden die Tiere, ein adultes Cherax destructor Paar, ein Dutzend junge LDA-16 Antennenwelse und ein Dutzend Neocaridina davidi Blue Dream sowie etwa 100 blaue PHS Planorbella duryi eingesetzt. Dazu gab es eine Handvoll überbrühtes Buchen-Herbstlaub.
Es kam schon bald zu einer Trübung, da ich wider besseren Wissens im Eifer des Gefechts nicht bedacht hatte, dass ein biologischer Filter eine längere Einfahrzeit braucht. Also hab ich einen Aquael Circulator 500 mit einem eingefahrenen Schwamm aus einem anderen Cherax destructor Becken parallel mitlaufen lassen. Weil die Trübung blieb, habe ich in der vierten Woche einen UVC-Klärer dazu, die 9 Watt UVC Green Killing Machine
Innerhalb von 48 Stunden war keine Trübung mehr im Becken sichtbar. Der UVC-Klärer kam nach weiteren drei Tagen wieder raus, der Aqueal Circulator ebenfalls. 
Vor insgesamt sechs Wochen war der Start, seit zwei Wochen läuft der Filter zur vollsten Zufriedenheit. Das Wasser ist glasklar. Einen nennenswerten NO2 Anstieg konnte ich nicht feststellen oder habe ich verpasst (Ratestäbchen) bei zweitägiger Messung, NO3 muss ich mittlerweile sogar aufdüngen. 
Der Filter läuft und läuft und läuft - ich kann keinerlei(!) Nachlassen der Leistung feststellen. An Reinigung mit dem üblichen unbeliebten Rumfummeln im Becken ist noch lange nicht zu denken, obwohl gebuddelt wird, als gäbe es kein morgen mehr. Die Tiere sind gesund und munter, keinerlei Zoothamnium oder anderes Geziefer zu finden. Das Becken macht, wie bei Destruktoren üblich, unaufgeräumt her - nach menschlichen Maßstäben. Die Kruster haben nämlich mehrfach den Bodengrund hin- und hergeschoben und tiefe Höhlen gegraben. Den Luftheber tangiert das nur peripher. Wie ein Fels in der Brandung steht er im Becken und macht einen fantastischen Job. Zuletzt habe ich eine Valisneria davor gepflanzt, die Egeria densa hat sich bereits am Schwamm niedergelassen. Aber vor dunklem Hintergrund ist der dunkle Schwamm eh kaum wahrnehmbar trotz seiner Größe. 
Hier ein Ausschnitt vom Becken.
Becken Check
Anfangs hatte ich Bedenken, dass die kräftigen destructors den Schwamm beschädigen könnten oder darauf herumklettern würden. Tun sie nicht.  
Fazit: Absolute Empfehlung! 

Achtung! Abgebildet ist ein grober Schwamm. Es gibt auch eine garnelensichere Version in 45 ppi. Bei der Bestellung einfach angeben. 

Sonntag, 2. März 2014

Warum man in Aquarien Posthornschnecken Planorbella pflegen sollte...

Ich werde oft gefragt, warum ich so viel Posthornschnecken Planorbella duryi in meinen Aquarien habe.
Besonders in den Flusskrebs-Becken wimmelt es nur so. 

Blaue Stunde
Sie werden nicht gefüttert (außer, ich will sie vermehren) und werden trotzdem rund und satt. 
Das ist der erste Grund: Werden sie nicht gefüttert, fressen sie alles, was sie finden. Algen, Futterreste der Mitbewohner und Aas. Und so werden sie zu einem nützlichem Tatortreiniger! 
Man stelle sich vor, ein großes Tier stirbt unbemerkt - was für eine Biomasse und Belastung für das Becken. Egal, ob Fisch oder Flusskrebs. Der Aquarien-Super-Gau!
Ich habe für das Foto einen Cherax in mein PHS-Selektier-Becken gelegt, einen Butterkrebs, den ein ruppiges Weibchen totgeliebt hat. Man sehe und staune: 
Flusskrebs al dente
Die würden das Tier komplett auffressen! 

Der zweite Grund: Es ist ein Futtersnack für Tiere, die ihren Proteinbedarf selbst regulieren. Meine adulten Cherax lorentzi fressen pro Cherax drei bis fünf PHS in der Woche. Auch die Jungtiere sind gut dabei!  

Der dritte Grund: Es sind auf den zweiten Blick sehr attraktive Tiere, die es in schönen Farben zu kaufen gibt.
Bussal
Sie sind ein richtiger Hingucker. Besonders pfiffig: Blaue zu den Blue Pearls, 
Blue Boy
orange/rote zu den CPOs,
Nugget
rosane mit apricot farbenem Fuß zum Aprikosenkrebs. 
Pink Lady
Das kann man natürlich auch passend zu Fischen und Pflanzen gestalten. Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen! 
Möchte man sie vermehren oder eben nicht, kann man das gut über die Fütterung managen. Es gibt keine Schneckenplage! Eine Schneckenplage ist immer ein Fütterungsfehler. Meine mögen Bio-Blattspinat und Spirulina. 
Tipp: Die im Handel oft falsch angebotenen Planorbella corneus sind in aller Regel amerikanische Planorbella duryi. Planorbella duryi wird max. 2,5cm groß. Die Corneus 4cm und ist eine europäische Kaltwasserschnecke, die sich im Aquarium wohl eher nicht wohl fühlen wird. Wahrscheinlich hat einer vom anderen falsch abgeschrieben. 

Dienstag, 11. Februar 2014

Flusskrebs ausgebrochen und auf Wanderschaft? Ruhig bleiben und diesen Text lesen.


Auszug aus meinem Ebook Flusskrebs-Aquarium für Einsteiger:

Prison Break

Flusskrebse machen gern Tagestouren ohne sich zu verabschieden. Meist kündigt sich das an, indem Krebse ständig von einer Aquarium-Ecke zur nächsten marschieren und sich aufrichten und nach oben streben. Für Flusskrebse gibt es viele Gründe zu gehen. Zum Beispiel, wenn ihnen das Habitat nicht gefällt oder die Mitbewohner nerven, sie auf Brautschau sind, dann machen sie sich durchaus mal vom Acker. Deshalb ist es zwingend erforderlich, ein Becken ausbruchsicher abzudichten und anschließend die Wasserwerte zu überprüfen oder das Layout zu kontrollieren. Ist es artgerecht, bietet es vielleicht zu wenige Verstecke, dafür lästige Mitbewohner oder beides, zu helles Licht? Irgendwas findet man immer, wenn nicht, ist das für einen Krebs trotzdem kein Grund, keine Tagestour zu unternehmen.
Ich habe in meinen Aquarien die Öffnungen für die Stromkabel mit Schaumstoff passgenau verschlossen. Es ist darauf zu achten, dass alles fest sitzt und der Deckel gut schließt, denn die Kerlchen können erstaunlich viel Kraft entwickeln und selbst durch den engsten Spalt entkommen.
Das ist zunächst kein Risiko für die Kneifer, falls keine Vierbeiner lauern, denn Flusskrebse kommen mit Trockenheit sehr gut klar, solange die Kiemen feucht bleiben. Auf diese Weise können sie, wenn sie ins Freie gelangen und es draußen feucht genug ist, einen Wandertag oder mehr einlegen, der bis zum nächsten Teich oder Bach führen kann. Krebse mit feuchten Kiemen können sehr lange Zeiträume überleben und große Strecken zurücklegen! Ihre Kiemen sind fester als die Kiemen von Fischen und bleiben auch außerhalb vom Wasser funktionsfähig, solange sie nicht austrocknen. Die frühen Morgenstunden mit Morgentau laden einen Krebs geradezu dazu ein, auf Expedition zu gehen.
Ist mal einer trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ausgebüxt und sitzt gemütlich auf dem Teppich, auf keinen Fall sofort ins Becken zurück befördern! Wenn die Kiemen zu trocken geworden sind, würde der Ausbrecher ertrinken. Bleiben Sie locker und geben Sie ihn zunächst in ein Gefäß mit so wenig Aquarienwasser, dass der kleine Ritter nur halb mit Wasser bedeckt ist. Falls er noch lebt, kann er selbst entscheiden, in welchem Tempo er wieder eintauchen und seine Kiemen benetzen möchte.
Machen Sie das auch genauso, wenn er sich im Moment nicht bewegt. Totgeglaubte leben länger – gilt ganz besonders auch für Flusskrebse! Ist das Tier bewusstlos, schwimmt aber nicht auf, nicht verzagen. Sofort in Rückenlage drehen, damit die Luft ausweichen kann und die Kiemen benetzt werden. Noch gibt es eine Chance! Sobald er sich bewegt, umdrehen und das Gefäß nach und nach teelöffelweise mit temperiertem Wasser aus seinem Becken auffüllen. Nach der Badekur kann er wieder in sein Glashaus einziehen. Bis zum nächsten Freigang.
Um einen schwachen oder bewusstlosen Krebs einzusammeln und zu transportieren, fassen Sie ihn beherzt am Kopfbruststück wie oben auf meiner Homepage abgebildet. Bitte eine Schale darunter halten, falls er plötzlich hektisch wird und ihnen aus den Fingern flutscht.
Tipp: Es wird immer wieder einmal davon berichtet, dass Kinder Krebse zum Spielen aus dem Becken nehmen, wenn sie erfahren haben, dass dem „Haustier“ eine Trockenphase nicht schadet.
Kaum zu glauben, aber Aufklärung tut not!  

Marmorkrebs versus Edelkrebs, Steinkrebs & Co. - Infoseite über heimische Arten und ihre Gefährdung

Immer häufiger werden nordamerikanische Procambarus Clarkii als exotische "Teichkrebse" im Handel angeboten. Das ist eine reine Verkaufsmasche!
Aufklärung tut Not!
Ich bin bezüglich Edelkrebs, Steinkrebs & Co. auf eine informative Seite über die heimischem Arten und ihre Gefährdung aufmerksam geworden und möchte sie gern teilen: edelkrebsenrw.de

Auch finde ich zunehmend mehr Verkaufsanzeigen in Online-Börsen wegen Marmorkrebsen, 

in welchen nicht auf die möglichen Probleme hingewiesen wird. 
Ein sehr schöne Infoseite zum Thema hat meine liebe Freundin Clarissa in ihre Homepage eingepflegt: garnelenwelten.com "Problematik Marmorkrebs"

Donnerstag, 16. Januar 2014

Kannibalismus bei Cherax destructor Flusskrebsen

Meine aktuellen Jungtiere haben jetzt 4 Zentimeter Größe (ohne Scheren). Interessant, aber typisch ist, wie unterschiedlich schnell sie wachsen. Während einzelne Tiere gerade mal zwei Zentimeter kurz sind, sind andere bereits sieben Zentimeter lange stattliche Kneifer geworden. 
Das macht die Aufzucht schwieriger und ich musste weitere Becken frei machen, denn die kleinsten Destructor brauchen sehr viel mehr tierisches Protein, sonst droht Kannibalismus. Bei den großen Tiere dagegen muss die Protein-Zufuhr rechtzeitig gedrosselt werden, weil das sonst zu Häutungsproblemen führen kann. 
Lässt man auch nur einmal eine Mahlzeit ausfallen, fallen sie bereits übereinander her. Es ist, als wären die eigenen Geschwister wichtig für den Arterhalt. Krass. 
So friedlich sie als adulte Tiere sind, hungrige Jungtiere können richtige Killer werden. 
Obwohl genug Posthornschnecken im Becken sind, fressen sie zwischendurch lieber einen Artgenossen. Oder eine meiner Sakuras - wenn sie mal eine erwischen. 

Es lässt sich aber vermeiden, wenn man konsequent und möglichst mit Pinzette jedes einzelne Tier füttert, damit keiner zu kurz kommt.
Die Aufzucht von Cherax destructor-Flusskrebsen ist sehr anspruchsvoll und anstrengend! 

Wer bereit ist, das auf sich zu nehmen, braucht keinen Fernseher mehr! Da ist immer was los! 

Ich habe von zwei anderen Privatzürchtern ein paar Jungtiere übernommen, damit ein bisschen Abwechslung reinkommt. Bei einem Wurf sind Tiere dabei, die nicht so flächig durchgefärbt sind, wie die anderen, dafür in Kobaltblau leuchten. 
Bin gespannt, wie sie sich weiter entwickeln! 
Kobalblau